So ändern sich die Zeiten

Wos fi a a Freid, und olls wos zöhlt, wann Kinda kumman auf die Wölt.

Wos fi a a Glick in unsam Leb´n – wann er kummt da Kindasegn.

Und oans, des denkt ma sich für sie, dei sulln es bessa hom wia i.

Doch des wos oamol guat gemeint, uns späta vielleicht wieda greint,

wal ob wos wirklich bessa is, des woaß ma erscht, wanns z´spot is gwiss.

 

Es is a Gfrett auf dera Wölt, die Kinda kostn sovül Göld,

damit sie´s bessa hom wia mia, san vülli schon im Säckl stia.

A Toschngöld hom mia net kennt, oba hin und wieda a poar Cent,

hot schon geb´n fi an Buam, den bravn, und i hob kinnt an Lutscha kafn.

Heit hoaßt´s „Tua zohln ober pronto, es is nix mehr am Jugendkonto“.

 

A gstrickti Haub´n woar friaga schea, heit muaß schoa Hugo Boss oum steah.

Warman hots miassn um weani Göld, heit is die Markn, des wos zöhlt.

Ba da Umtawesch do faungt sies aun, wos hot sich mit da Zeit do taun.

Die Weibaleit hots friaga gfreit, hom si nur gkob a Umtakleid,

a Kombinesch – oft aus Flanöll, heit hoast´s Dessous und von Canöll.

 

A guates Fleisch, des hot uns gschmeckt, mit ana fettn Hülln.

Heit essn´s Fett scho goarnet mehr und Fleisch des gibt’s als Pülln.

Die Vitamine homa gkult vom Bam uns in den Mund,

heit nemmans des in Pulverform und glab´n des is no gsund.

 

A Ausfl ug in die Berg hots friaga taun, heit stöllt ma si am Flugplotz aun.

Im Wellness-Templ bräunt man sich und Atmen baut den Stress heit o,

mia woarn von da Oarbat braun und Frischluft woa gnua do.

Und noch da Oarbat woars zan Rostn, heit sitzn sie vorm Flimmakostn.

Friaga homma gschaut aufs Vieh, heit schaun sie nur noch MTV.

 

Und grod des Fernsehn hot si gändat, i woaß net ob zan Guat´n hin,

vül Büldung siachst durt nimmamehr, oba vielleicht bin i net in.

Die Biene Maja is friaga gfl og´n, Pinocchio hot die Leit aunglogn,

und Kaschpal hots am Sunntog geb´n, des Fernsehschaun des woar a Leb´n.

 

Heit graust´s mi, wenn i einischau, da oani Baua suacht sei Frau,

da aundri zoagt uns unscheniert, wos in seim Leb´n so passiert.

Gnokati siechst ollirend und die Gewolt nimmt a koa End,

oba dei, wos des mochn – wern schon wissen, wal umsari Kinda sulln nix missn.

 

A die Sproch is neamma des, wos friaga hoat woar is heit Stress,

wos damals guat woar is heit cool, do kriagst vom Red´n die Schnauzn vull.

Aus´m Vota is da Olti woarn – lang bleibt die Wölt net heil,

wal olls wos oamol richtig woar, des is heit megageil.

 

Zwischn Mandl und Weibl is a neamma so, wia i des hob dalebt,

Fenstaln geht heit koana mehr, ma spricht im Internet.

Friaga do hot ma si troff´n, dann woarn olli do,

heite sicht si koana mehr, des laft per E-Mail oh.

Vielleicht wird’s oamol a so sein, ihr werds des no daleb´n,

do wird’s sogor des Bussl – a noch elektrisch gebn.

 

Wos ums net vagummt woar gemma sen, Schönheits-OP`s umd folschi Zähn,

Moped, Auto, Videospül, wal mia nix gkobt hom – is holt vül.

Als Daunk, glam mia, die Kinderlein werdn schaun auf ums, wenn old mia san.

Und schaun wern sie ganz schen gwiss, in wölch`n Heim a Plotz frei is.

 

I nimm des aun und denk bei mir – i wünsch eich Kinda so wie ihr.

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Stoakogler G´schichtn

Stoakogler_CoverStoakogler G´schichtn

„Dahoam am Hof“

Karl Oswald

 

Die drei Willingshofer-Brüder – Reinhold, Hans und Fritz – stehen im Mittelpunkt der „Stoakogler G´schichtn“. Karl Oswald zeichnet ein ehrliches und bodenständiges Porträt jener drei großen Musiker, die für die Steiermark und für die Volksmusik so viel geleistet haben. Das Werk erzählt kleine Geschichten abseits der großen Bühnen- und Fernsehauftritte und beschreibt den Ursprung jener Heimatverbundenheit, welche das Stoakogler Trio nie verloren hat: Die Wurzeln, aus denen heraus jene einfache Ehrlichkeit erwächst, die noch heute für viele beispielgebend ist und in der stets Haus, Hof und Mensch weit wichtiger waren als Erfolg und Auszeichnung.

Das Buch erzählt in Kurzgeschichten, warum Menschen so sind, wie sie sind, und es gewährt spannende Einblicke in das volkskulturelle Gut jener wunderschönen, aber steilen Region, die die Stoakogler ihre Heimat nennen – die Gasen. Vom Troatkostn bis zum Miststampfen und vom Heuseilen bis zur jährlichen Wallfahrt nach Schüsserlbrunn spannen die vielen kurzen Erzählungen einen tiefgründigen Bogen über das Leben, die Menschen und ihre Beziehung zu Grund und Boden.

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Do bin i her!

Sonnenaufgang

Wenn in da Friah die Sunn aufgeht, da Himml fost in Flamman steht,

des Tol noch schloft, da Berg schon brennt, a jeda Vogl sein Namen nennt,

dann gspia i mi so richtig rein: do bin i her, do mecht i sein.

 

Wo des noch gschätzt wird wos ma hom, wo´s Brot noch is da Oabat Lohn,

wo Mensch´n sich noch heit vatraun, die Jungan auf die Olt´n schaun,

do geht des Herz auf, kloa und fein: do bin i her, do mecht i sein.

 

 Duat wogst die Reb´n am stalstn gwiss, da Soft daraus vull Herzbluat is,

wo Sterzbam wochst umd a des Troa, fia umsa Wohl des gamzi Joah,

duat schenk i ein a Glasal Wein: do bin i her, do mecht i sein.

 

Wo stali Berg die Wolk´n streichln und sanfti Hügl dem Auge schmeichl´n,

wo Wossa sich durch Täler senkt umd da Boden ums Reichtum schenkt,

des Land der Steirea dein und mein: do bin i her, do mecht i sein.

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steirisch gredt

Gattihhousn      lange Unterhose           Lang is es nimma, dann kimma die Gattihhousn wieder aussahuln.

Gollar-Brein     Rest von Breinwurst     Die Breinwürscht san fertig gfüllt, den Gollar-Brein brotma fia Mittog oh.

Hascha             behinderte/eingeschränkte Person        Da olti Hiasl is wirklich a orma Hascha.

martan             quälen              Die Wind hern net auf mi zan martan.

Mutzal              Katze               Umsa Mutzal hot sechs Jungi kriag.

Notn ziagn       schwer atmen               Beim Bergauf gehen muass ma ganz schea Notn ziagn.

ohgsoachti Luckn         raffinierter Mensch       Pass auf, der Viehhändler is a ohgsoachti Luckn.

Perchäugerl      Liebling            Des Bleamal is fia di, mei Perchäugerl.

roatln   etwas zusammenspannen          Des Holz is aufglegt, hiaz miass ma nur noch die Kettn anständig zsamman roatln.

überthabs         so ungefähr      Überthabs grechnat san des so um die zwoahumnat Meta.

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Herbergsuche

Herbergssuche

 Die Liab, die Hoffnung – umd sanna Kind die Freid, geahnt durch die Nocht zur Weihnochtszeit. Sie klopfn aun ba fremdi Leit und hoff´n duat auf Menschlichkeit.

 Du liaba Vastand geh sei so guat, red mit deim Gfühl, schick ums net fuart. Um Herberg mecht ma recht schen frog´n, wal Hunger und Schlof uns heit scho plogn.

A Herberg gabat I mit Freid, owa ollewal nur fia reichi Leit. Fia enk is gscheita, wenns es Pinkal nemmts und schauts dass schea schnöll weita kemmts.

 Liabes Gfühl geh sei so guat umd schick ums du net a nou fuat. Aus Nechstnliab – moch ums a Freid, wir hom doch grod die Weihnochtszeit. Ob Weihnochtszeit, ob große Not, ba mia kriagt neamd a Stickl Brot. Obs eich heit schlecht geht und a morgen, eiri – san net meini Sorgn.

 Nächstenliab jetzt frog ma dir, host du fia ums Kost und Quartier? Mia suchn a Platzal fia a poa Tog, an kloanan Ort, wo ma ums mog. I kenn eich net, seits net fa do, drum gib i mi mit eich net oh. Ihr hobts noch nia wos taun fia mia, drum geht’s jetzt weck fa meina Tia.

 Goumz traurig umd valetzt vom Teischen, segn sei noch hintam Stoll a Keischen. Duat lebt des Herz drin ohne Lost, umd gfreit sie iba jedn Gost. A Stickl Brot kau i eich geb´n, hob sölwa net vül mehr zan Leb´n. Owa net zan hölf´n liegt mir fern, wal i hob olli Menschen gern. Umd rostn kinnts auf Fuatagoam, is koa Hotöl oba dafia woam.

Glücklich umd mit vullem Mog´n, schlofts ihr ba mia am Heiboudn drob´n. Die Liab sogt zur Hoffnung und a zua Freid, es gibt hold dou nou guati Leit. A so a Herz des trifft ma söltn, da Hergott sull ehma olls fagöltn.

 Die Liab, die Hoffnung umd a die Freid, kamman gern za olli Leit. Owa a jeda sull si frog´n im Leb´n, sog tatn mia san Herberg gebn? Vor umsara Haustia do woatat die Pflicht, wer des vasteht trogt a haliges Licht.

Umd wer des a lebt mit Haut umd Hoar, fia den is Weinocht´n es gamzi Joha.

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Der Peter und das Engelshaar

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In Arnfels durfte ich mich mit meinem Freund Peter Stelzl, geboren 1944, über seine Erinnerungen an Kindheit und Jugend unterhalten. Dabei schenkte er mir eine sehr liebevolle Weihnachtsgeschichte und erzählte mir auch, wie er zu einem Geschichtensammler wurde. Weiterlesen ›

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Lostage im Dezember

 

AdventDezember

Mit dem ersten Adventsonntag (30.11.) beginnt das Kirchenjahr, zugleich bereiten wir uns in diesen Wochen auf das Fest der Geburt Christi vor.

 

4. Dezember: Barbara

Der Barbaratag ist der höchste Festtag der Bergleute. In unserer Region hat sich der Brauch „Barbarazweige“ einzufrischen bis in die Gegenwart erhalten. Blühen diese bis Weihnachten so bedeutet dies Glück im kommenden Jahr.

 

6. Dezember: Nikolaustag

Das Fest des hl. Nikolaus wird mit zahlreichen Veranstaltungen und Unzügen begangen. Der große Heilige aus dem vierten Jahrhundert ist der Schutzheilige der Seefahrer, Flößer und Bäcker und vor allem auch der Schüler.

 

8. Dezember: Maria Empfängnis

Maria Empfängnis, auch „Adventfrauentag“ genannt war von jeher eine zeitliche Grenzmarke an dem die letzten Arbeiten des Herbstes getan sein sollten.

 

24. bis 26. Dezember: Weihnachten

Das Fest der Geburt Jesu Christi ist auch ein Fest der Familien. Kirchgänge und die gemeinsame Zeit mit den Lieben begleiten uns durch diese Tage.

 

27. Dezember: Johannistag

Am Johannistag wird in der Kirche der „Johanniswein“ gesegnet.

 

28. Dezember: Unschulige-Kinder-Tag

Am „Frisch und Gsundtag“ dürfen die Kinder alle Erwachsenen „durchpracken“ was sich alle gerne gefallen lassen, sind doch damit die besten Wünsche für das kommende Jahr verbunden.

 

31. Dezember: Silvester

Der Jahreswechsel ist gekommen. In früheren Zeiten bekamen die Dienstboten zu Silvester ihren Jahreslohn vom Bauern ausbezahlt.

 

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Die schwari Beicht

Die Loamsira Juli mit ihre 87 Joahr,

hot ihr Lebtog hoat goabat umd es is no net goar.

Noch heit hülft sie fleissi umd naht oft a Gwoumd,

als Schneiderin umd olti Jungfrau is sie weitum bekoummt.

 

Am Summtog, do springt sie zur Friahmess gern hin,

owa heit is wos oumnascht, sie hot wos im Sinn.

Goumz fatattat geht sie zan Pfoarra, glei nochʼn Segn,

umd sogt sie miassat im Beichtstuhl wos redn.

 

Aber Juli, sogt Hochwürden, ein braver Mensch wie du,

hat doch nichts zu beichten, also wo drückt der Schuh?

A olti Gschicht, Herr Pfoarra, sie druckt schoa a Wal,

drum mecht is hiaz beichtn wegn mein Sellnhal.

 

So gehan sie in den Beichtstuhl umd die Juli foungt aun,

mei Losta zan dazöhln – hot zan toa mit am Maun.

Da Antetisch, so hoast er, woa in die 30iger Joahrn do Knecht

umd dann is da Krieag kemm, des woa fia ehm schlecht.

 

Wal er kemman is vom Balkan, hättn die Soldoten eam valegt

umd so hob ihn aus Mitleid in meim Kölla vasteckt.

An Dienst an der Menschheit, sogt da Pfoarra, host du do doch erwiesen,

darum gehörst du dafür auch hochgepriesen.

 

Na, na, sogt die Juli, goumz so is net gwen, drumm lossns mi bittschea weiterredn.

 

Net als Dienst an der Menschheit woan Kost umd Quartier,

i hob von eham a wos gnomman dafia.

Wida sogt Hochwürden, wegen an Göld is koa Schodʼn,

drum kriegst du von mir die Absolution.

 

Na, na, sogt sie wieda, goumz so is net gwen,

drumm lossns mi bittschea weiterredn.

An Liebesdienst, umd net an Hölla,

hob i valoungt fias Vasteck im Kölla.

 

Da Pforra sogt, vaheirat bist nie gewesen,

drum gibt’s a nix zan Leviten lesen.

Umd weiters moant er dann noch schnöll,

wegen EINEM Liebesdienst foahrst net gleich zur Höll.

 

Na, na, sogt sie, des mechtnʼs vielleicht gearn,

oba Montogs, Mittwochs und Freitags woan ba ums die Tog des Herrn.

I woas net, ob i ohne Schodʼn mei Söll aus der Soch kau aussitrogn.

Da Pfoarra moant, des is vaschiedʼn, oba noch sovül Joahr seiʼs dir vaziehn.

 

Na, na, sogt sie wieda, goumz so is net gwen, drumm lossns mi oamol fertig redn.

 

 

Ja was ist denn noch, Hochwürden kriagt schon gnua,

die Spotmess fangt aun, umd die Juli gibt koa Ruah.

Sprich, liebe Juli, bring alles ins Reine,

i muaß auf die Kanzl, es ist schon bald neine.

 

Oa Lost druckt noch auf meine 87 Joahr,

dei muaß i no loswerdn umd noch is goa.

Da Antetisch von domols is 90 Joahr schon gwiss,

umd bis heit hob i vahoamlicht, dass da Kriag aus gwen is.

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Ein gemeinsamer Gedanke

Hl_Geist

Grenzen müssen beweglich sein.

Ein gemeinsamer Gedanke

Ein gemeinsamer Gedanke ist die Grundlage für vieles. Er führte zur Bildung von Staaten, zum Bau von Monumenten oder, wie in dieser Geschichte, zur Erhaltung von Bewahrenswertem. In Leutschach sprachen wir mit Pfarrer Blasius Klug, der uns vieles über jenes weithin sichtbare Monument des Glaubens, dessen Entstehung und Erhaltung zu erzählen weiß.

Die Rede ist von der Kirche Hl. Geist am Osterberg, deren bewegte Geschichte ein Symbol für den Glauben und ein Synonym für gelebte Gemeinschaft ist. Der Legende nach, so berichtet die Chronik, soll einst eine weiße Taube immer wieder auf einem Felsen gesessen sein, wo heute die Heiligengeistkirche steht. Als die damalige Herrin von Schmierenberg, Anna Kreszenzia, im Jahre 1667 die Erlaubnis zum Kirchenbau vom Fürstbischof von Seckau erhielt, hatte der Ort bereits eine bewegte Geschichte hinter sich. Lange vor der eigentlichen Kirche, wahrscheinlich dort, wo sich heute die Augustini-Kapelle befindet, stand die ursprüngliche Primuskirche. Diese diente der Sekte der Springer als Ort der Zusammenkunft und wurde im Zuge der Gegenreformation im Jahre 1600 von Soldaten zerstört. Weiterlesen ›

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Hopfen

Hopfen

Hopfen

Humulus Iupulus

Der Hopfen war in der Volksmedizin zu allen Zeiten sehr geschätzt. Er wurde bei Magen- und Leberleiden, Gicht, Wassersucht und Würmer ebenso verwendet wie bei Schlaflosigkeit und Überreitztheit.

 

Heute findet der Hopfen hauptsächlich als Beruhigungsmittel Anwendung. Da er seine Wirkstoffe leicht an die Luft abgibt, kann ein Kissen mir Hopfen bei Schlafstörungen sehr hilfreich sein.

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